Radbruch - Einemhof
                           Radbruch - Einemhof                                               

                    Familienhaus

                                                             Standort Familienhaus

                                                         Flurstück 1   Vierhöfener Ecke

                                                        Jagen 507   Reitwegekarte 2

                                                

Im Flurstück Bockrehmen (Flurstückkarte 2 Jagen 528 Reitwegekarte 2) wurde im Zweiten Weltkrieg ein Scheinflugplatz errichtet. Er sollte die Luftaufklärung der Alliierten in die Irre führen. Im Rahmen dieser Maßnahme erhielt der Radbrucher Forstweg im Staatsforst bis zum Bahlburger Weg eine Teerdecke als „Zubringer“ zum Flugplatz. Die Buchholzer Bahn sollte einen Bahnanschluss und das Grasland sollte die Start- und Landebahn vortäuschen. Auf ihr waren Flugzeuge aus Holz aufgestellt. Als „Funktionsgebäude“ und als Unterbringung für den Arbeitsdienst zur Errichtung des Scheinflugplatzes baute man an der Buchholzer Bahn ein Wohngebäude.

 

Dazu schreibt Herr Matthias Müller: (Herr Müller hat nach eigener Aussage:Radbruchs Geschichte erkundet: Schwerpunkt: Archäologie und Kriegsgeschichte).

 

Er schreibt am 11.11.2016 in einer e-mail an den Verfasser der homepage "www.radbruch-einemhof.de":

 

"In Vierhöfen gab es einen Scheinflugplatz. Dort warf die RAF (Royal Air Force d.V.), nachdem sie durch den Secret Service herausgefunden hatte, dass es sich um eine Attrappe handelte, zum Scherz Bombenattrappen ab. Doch auch Sprengbomben vom  TYP II mit 250kg Sprengstoff wurden dort abgeworfen. Es gibt einige große Bombentrichter in der Radbrucher Forst mit einem Durchmesser von bis zu 10 Metern und mehr. Leider wurden einige von denen mittlerweile eingeebnet. Auch in Vierhöfen befinden sich in der Nähe der Kiesgruben einige Trichter. Und so gäbe es noch viel zu berichten. 

 

In der Nähe des ehemaligen BGS (Bundesgrenzschutz)-Übungsgelände wurde eine JU88 von britischen Jägern abgeschossen. Der Platz ist mir (Matthias Müller) bekannt. Lediglich der Bordfunker Paul Schlösser überlebte schwer verletzt. Es gab noch drei weitere Flugzeugabstürze in und um die Radbrucher Forst. Siehe dazu:"Radbruch in den letzten Kriegstagen".

 

Nach dem Krieg zogen mehrere Flüchtlingsfamilien in das Flugplatzfunktionshaus. Das Gebäude war in Radbruch als  Familienhaus bekannt. Über den Scheinflugplatz warfen die Alliierten Bomben ab, die aufgrund des morastigen Untergrundes zum großen Teil nicht explodierten. Das Familienhaus an der Buchholzer Bahn (Standort siehe Foto) in der Flur Vierhöfener Ecke Jagen 507, Flurstückkarte 1, Reitwegekarte 2 musste wegen der Blindgänger geräumt werden und wurde abgerissen. Die nicht explodierten Sprengkörper wurden geborgen und vernichtet.

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© Ulrich Henke